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ROSENHEIM - MIESBACH - TRAUNSTEIN
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Ausgabe 79 - September 2026
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Kurznachrichten

Plastik gibt es in solch riesigen Mengen erst seit wenigen Jahrzehnten. Für Mikroorganismen ist es ein neues Nahrungsangebot. Forschende der Universität Konstanz haben ein Bakterienenzym entdeckt, das zeigt, wie schnell sich die Natur anpassen könnte. Dieses Enzym sitzt an der Oberfläche der Bakterienzelle und kann bestimmte Polyester in kleine Bausteine zerlegen, die das Bakterium anschließend aufnehmen und als Nahrung nutzen kann. Die Überraschung liegt in einer zweiten Fähigkeit. Dasselbe Enzym kann auch Penicillin spalten und dem Bakterium damit Schutz vor Antibiotikas verschaffen. Das könnte erklären, warum auf Plastik besonders häufig Gene für Antibiotikaresistenzen gefunden werden. Die untersuchten Biokunststoffe wurden innerhalb von etwa einem Jahr vollständig abgebaut. Herkömmliches Polyethylen blieb dagegen praktisch unverändert. Kunststoffe könnten man so entwickelt, dass die Natur eine Chance bekommt, mit unseren Hinterlassenschaften fertigzuwerden.

Kaum ein Wort wird derzeit politisch so häufig gebraucht wie die Brandmauer. Dabei kommt sie aus dem Brandschutz und soll verhindern, dass sich Feuer weiter ausbreitet. Wie wichtig das ist, haben die Waldbrände bei Ruhpolding und am Chiemsee direkt vor unserer Haustür gezeigt. Bayern setzt zur Vorsorge unter anderem auf Waldumbau und Überwachungsflüge. Doch zum Waldbrandschutz gehören auch ganz praktische Dinge vor Ort. Löschwasserstellen, Zufahrtswege, Waldbrandriegel und Schneisen können der Feuerwehr helfen und die Ausbreitung eines Feuers bremsen. Fragen Sie doch einmal bei Ihrer Gemeinde oder Feuerwehr nach. Was wurde bei Ihnen in den vergangenen fünf Jahren zusätzlich für den Waldbrandschutz getan? Schreiben Sie uns, was Sie erfahren. Vielleicht entdecken wir gemeinsam gute Lösungen, von denen andere Gemeinden lernen können. Manche Brandmauern müssen wir bauen. Andere können wir wachsen lassen.

Unser Rentensystem braucht mehr Geld. Die Rentenkommission schlägt deshalb eine Erwerbstätigenversicherung vor. Langfristig sollen Arbeitnehmer, Selbstständige, Beamte und Abgeordnete gemeinsam einbezogen werden. Klingt nach einer Versicherung für alle. Doch einen Termin dafür gibt es nicht. Bei Beamten empfiehlt die Kommission zunächst sogar einen anderen Weg. Änderungen bei der Rente sollen auf ihre Pensionen übertragen und Rücklagen aufgebaut werden. Gleichzeitig sollen die bereits gesetzlich Versicherten gemeinsam mit ihren Arbeitgebern zusätzlich zwei Prozent für eine neue Kapitalrente aufbringen. Warum beginnt man die gemeinsame Finanzierung nicht schon vorher breiter? Auch ein zusätzlicher staatlicher Solidarbeitrag wäre zumindest eine Möglichkeit, über die man diskutieren könnte. Wenn am Ende alle gemeinsam vorsorgen sollen, stellt sich weniger die Frage ob, sondern wann damit begonnen wird.

Die öffentlich-rechtlichen Sender stehen zunehmend in der Kritik. Neben der Höhe des Rundfunkbeitrags bemängeln viele Zuschauer auch die Berichterstattung und werfen ARD und ZDF vor, Themen einseitig darzustellen oder journalistische Fehler nicht konsequent aufzuarbeiten. Diskussionen über einzelne Beiträge und Interviews sorgen regelmäßig für kontroverse Debatten in den sozialen Medien. Die Sender weisen den Vorwurf einer politischen Berichterstattung zurück und verweisen auf ihre journalistischen Standards sowie interne Kontrollmechanismen. Unabhängig von der Bewertung zeigt die Entwicklung vor allem, dass Medien ihre Aufgabe nur erfüllen können , wenn ihnen die Menschen vertrauen. Vertrauen entsteht nicht durch Nähe zur Politik, sondern durch nachvollziehbare, sorgfältige und überprüfbare Berichterstattung.
Vertrauen wächst langsam. Nicht Fehler zerstören es, sondern der Umgang mit ihnen.
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